Seefracht für jede Ladung: von der einzelnen Palette bis zur ganzen Fabrik
Neun Produkte, ein Anspruch: komplette und geteilte Container, Gefahrgut, Kühlcontainer, Übermaß und Projektladung, Fahrzeuge, Halbleiter und die Kombination aus See- und Luftfracht. Sie erfahren, was Ihre Ladung braucht, wir kümmern uns um Buchung, Dokumente und Abwicklung.

FCL: komplette Container exklusiv für Ihre Ladung
Bei Full Container Load (FCL) buchen Sie einen ganzen Container nur für Ihre Ware. Er wird bei Ihnen beladen und versiegelt und erst beim Empfänger wieder geöffnet. Das ist die direkteste Form der Containerverschiffung: weniger Umschlag, weniger Risiko, planbare Laufzeiten.

Anforderungen an Ihre Sendung
- VGM ist Pflicht: Seit 2016 muss der Versender das verifizierte Bruttogewicht (VGM) jedes gepackten Containers vor dem Ladeschluss melden. Ohne VGM wird der Container nicht verladen.
- Zuladung beachten: rund 21,7 t im 20′-Container und 26,5 t im 40′-Container, dazu die Gewichtsgrenzen im Vor- und Nachlauf auf der Straße.
- Sichere Beladung: Ware gleichmäßig verteilen, gegen Verrutschen sichern und Hohlräume füllen.
- Dokumente: Handelsrechnung, Packliste, Ausfuhranmeldung und das Konnossement (Bill of Lading).
Ablauf und Fristen
- Der Leercontainer wird angeliefert, bei Ihnen beladen, versiegelt und zum Terminal gebracht.
- Ladeschluss am Terminal und Freizeiten für Container und Lagerung beachten. Danach fallen Standgelder an.
- Für Einfuhren in die EU muss vor der Ankunft eine summarische Eingangsanmeldung (ENS) im Zollsystem ICS2 vorliegen.
Was Logselect übernimmt
- Vergleich von Reedereien und Abfahrten
- Vor- und Nachlauf per LKW oder Bahn
- VGM-Meldung und Dokumente
- Digitales Tracking bis zur Zustellung
Innenmaße und maximale Zuladung typischer Standardcontainer. Die Werte können je nach Container leicht abweichen.
LCL: Seefracht im Sammelcontainer
Bei Less than Container Load (LCL) teilen Sie sich einen Container mit anderen Versendern. Ihre Ware wird in einer Container Freight Station (CFS) mit anderen Sendungen für denselben Zielhafen zusammengeladen und dort wieder getrennt. So verschiffen Sie auch kleine Mengen wirtschaftlich.
Anforderungen an Ihre Sendung
- Abrechnung nach Gewicht oder Volumen, je nachdem, was höher ist. Dabei gilt 1 m³ = 1.000 kg.
- Mindestens 1 m³ wird berechnet, auch bei kleineren Sendungen.
- Robuste, stapelbare Verpackung auf Paletten, weil die Ware öfter umgeschlagen wird als bei FCL.
- Holzpaletten nach ISPM 15 (hitzebehandelt) und wetterfeste Markierung jedes Packstücks.
Ablauf und Laufzeit
- Die Ware wird in der CFS gewogen, vermessen und mit anderen Sendungen in einen Container geladen.
- Durch Sammeln und Trennen dauert LCL meist 5 bis 10 Tage länger als FCL.
- Die Lagerfrist am Zielhafen ist kurz. Zollpapiere sollten vor Ankunft bereitliegen.
Was Logselect übernimmt
- Regelmäßige Sammelabfahrten über Partner
- Abholung und Anlieferung zur CFS
- Haus-Konnossement und Dokumente
- Verzollung und Zustellung am Ziel
Gefahrgut per Seefracht: Versand nach IMDG-Code
Für Gefahrgut auf See gilt der International Maritime Dangerous Goods Code (IMDG-Code) der IMO. Seit dem 1. Januar 2026 ist das Amendment 42-24 verpflichtend. Klassen und UN-Nummern sind dieselben wie in der Luftfracht, Verpackung, Mengen und Stauung folgen aber eigenen Regeln.

Anforderungen an Ihre Sendung
- Gefahrgutdeklaration, etwa auf dem Multimodal Dangerous Goods Form, mit UN-Nummer, Klasse und Verpackungsgruppe.
- Container-Packzertifikat: Wer packt, bestätigt, dass der Container sauber und trocken ist, Trennvorschriften eingehalten und die Güter gesichert, markiert und gekennzeichnet sind.
- Großzettel (Placards) außen am Container für jede enthaltene Gefahrklasse.
- Vorab-Freigabe: Reedereien nehmen Gefahrgut nur nach vorheriger Anmeldung an.
Unterschiede zur Luftfracht
- Viele Stoffe, die im Flugzeug verboten oder stark begrenzt sind, dürfen per Schiff in größeren Mengen reisen.
- Trennvorschriften gelten im Container und an Bord, unverträgliche Klassen werden getrennt gestaut.
- Ohne Deklaration und unterschriebenes Packzertifikat darf die Reederei den Container nicht annehmen.
Was Logselect übernimmt
- Vorab-Freigabe bei der Reederei
- Prüfung von Deklaration und Packzertifikat
- Auswahl von Häfen und Reedereien, die die Klasse annehmen
- Kombination mit DANair in der Luftfracht
Kühlcontainer: temperaturgeführte Seefracht im Reefer
Reefer-Container haben ein eigenes Kühlaggregat und halten Temperaturen von etwa −30 °C bis +30 °C, Superfrost-Container sogar bis −70 °C. Damit reisen Obst, Fleisch, Fisch, Pharma und Chemie über Wochen stabil.

Anforderungen an Ihre Sendung
- Sollwert und Lüftung schriftlich vorgeben: falsche Temperatureinstellungen gehören zu den häufigsten Schadensursachen.
- Vorgekühlt verladen: der Reefer hält die Temperatur, warm verladene Ware führt zu Schäden.
- Luftführung freihalten: nicht über die Ladelinie stauen, Bodenkanäle nicht abdecken.
- Bei Tiefkühlware bleibt die Frischluftklappe geschlossen.
Handling unterwegs
- Vor der Beladung wird der Container geprüft (Pre-Trip-Inspection): sauber, trocken, geruchsfrei, Abläufe frei.
- Datenlogger zeichnen Temperatur und Ereignisse wie Stromunterbrechungen auf.
- Stromversorgung am Terminal und an Bord, im Vor- und Nachlauf über Generatoren.
Was Logselect übernimmt
- Reefer-Buchung mit Pre-Trip-Inspection
- Übergabe von Sollwert und Lüftung an die Reederei
- Überwachung der Temperaturdaten
- Kurze Standzeiten ohne Strom
Übermaß: Flat Racks und Open-Top-Container
Out of Gauge (OOG) ist Ladung, die nicht durch die Tür eines Standardcontainers passt, etwa weil sie länger als 12,05 m, breiter als 2,33 m oder höher als 2,59 m ist. Sie reist auf Flat Racks mit klappbaren Stirnwänden oder in Open-Top-Containern, die von oben per Kran beladen werden.

Anforderungen an Ihre Sendung
- Technische Zeichnung mit Maßen, Gewicht, Schwerpunkt und Anschlagpunkten. Danach richten sich Equipment und Ladungssicherung.
- Bereitstellungs- und Liefertermin sowie Kranmöglichkeiten an Abgangs- und Zielort.
- Wetterschutz: empfindliche Ware wird mit Planen abgedeckt.
Stauung und Kosten
- Die Ladung wird mit Gurten oder Ketten nach Laschplan gesichert.
- Auf Übermaß-Ladung kann nichts gestapelt werden. Die Reederei berechnet die verlorenen Stellplätze als Zuschlag.
- Anlieferung und Übernahme erfolgen direkt am Terminal mit Spezialgerät.
Was Logselect übernimmt
- Machbarkeitsprüfung mit der Reederei
- Lasch- und Stauplanung
- Vor- und Nachlauf mit Spezialfahrzeugen und Genehmigungen
- Besichtigung und Aufsicht bei der Verladung
Projektladung und Schwergut: wenn kein Container mehr passt
Turbinen, Transformatoren, Brückenteile oder ganze Produktionslinien reisen als Stückgut (Breakbulk) an Deck oder im Laderaum, oft auf Schwergutschiffen mit eigenen Kranen. Projektladung braucht Wochen an Planung und viele Beteiligte, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein müssen.
Anforderungen an Ihre Sendung
- Technische Unterlagen früh: Zeichnungen, Gewichte, Schwerpunkte und Anschlagpunkte jedes Kollos.
- Packliste je Kollo und abgestimmte Liefertermine aller Zulieferer.
- Infrastruktur am Ziel: Hafenkrane, Schwerlastflächen und Zufahrtswege prüfen.
Genehmigungen in Deutschland
- Schwer- und Großraumtransporte auf der Straße brauchen eine Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO und eine Erlaubnis nach § 29 StVO.
- Die Erlaubnis wird digital über das Portal VEMAGS beantragt. Die Bearbeitung dauert etwa 2 bis 4 Wochen.
- Bei Bedarf sind Begleitfahrzeuge und eine Streckenprüfung (Route Survey) nötig.
Was Logselect übernimmt
- Projektplanung mit festem Ansprechpartner
- Suche nach Schiff, Kran und Spezialfahrzeugen
- Genehmigungen und Begleitfahrzeuge
- Aufsicht bei Verladung und Entladung
RoRo: Verschiffung rollender Ladung
Roll-on/Roll-off-Schiffe werden über Rampen be- und entladen. Fahrzeuge fahren an Bord und am Ziel wieder herunter, ohne Kran und ohne Container. Das eignet sich für Pkw, Lkw, Busse sowie Bau- und Landmaschinen.

Anforderungen an Ihre Sendung
- Dicht und original: keine auslaufenden Flüssigkeiten, Kraftstoffsystem im Originalzustand.
- Gereinigt: innen und außen sauber, ohne Erde und Pflanzenreste. Viele Länder prüfen das aus Gründen der Biosicherheit.
- Leer: keine persönlichen Gegenstände oder losen Teile im Fahrzeug.
- E-Fahrzeuge mit ausreichendem Ladezustand und eine genaue Gewichtsangabe für jedes Fahrzeug.
Ablauf
- Die Fahrzeuge werden am Terminal angeliefert und vom Hafenpersonal an Bord gefahren und gesichert.
- Nicht fahrbereite Ladung kann auf Rolltrailern verladen werden.
- Ausfuhr- und Einfuhrpapiere sowie die Zulassungsregeln im Zielland früh klären.
Was Logselect übernimmt
- Buchung bei RoRo-Reedereien
- Transport zum Terminal
- Ausfuhrabfertigung und Dokumente
- Verzollung und Zustellung am Ziel
Halbleiterlogistik per Seefracht
Wenn die Zeit es erlaubt, ist die Seefracht für Anlagen und Komponenten der Halbleiterfertigung deutlich günstiger. Die Herausforderung sind Feuchtigkeit, Stöße und Temperaturwechsel über mehrere Wochen.

Anforderungen an Ihre Sendung
- Container-Regen vermeiden: Durch Temperaturwechsel kondensiert Feuchtigkeit an der Containerdecke und tropft auf die Ware.
- Trockenmittel wie Calciumchlorid in den oberen Ecken und zwischen den Lagen.
- Dampfdichte Barrierefolie um empfindliche Teile, kombiniert mit kleinen Trockenmittelbeuteln.
- Trockene Paletten: kammergetrocknetes Holz unter 19 % Feuchte oder Kunststoffpaletten.
Überwachung und Exportkontrolle
- Schock- und Kippindikatoren sowie luftgefederte Fahrzeuge im Vor- und Nachlauf.
- Datenlogger und Feuchte-Indikatoren dokumentieren die Bedingungen im Container.
- Seit dem 15. November 2025 erfasst die EU-Dual-Use-Liste auch Lithografie-, Ätz- und Beschichtungsanlagen.
Was Logselect übernimmt
- Verpackungs- und Klimakonzept für den Container
- Sensorüberwachung mit Alarm
- Abgleich mit Exportkontrolllisten
- Eilteile parallel per SEMair in der Luftfracht
Sea-Air: per Schiff zum Drehkreuz, per Flugzeug ans Ziel
SAIsea verbindet beide Verkehrsträger. Die Ware fährt per Schiff zu einem Drehkreuz wie Dubai und wird dort auf Luftfracht umgeschlagen. Anbieter nennen Einsparungen von bis zu 30 bis 40 % gegenüber reiner Luftfracht und einen Zeitgewinn von mehr als drei Wochen gegenüber reiner Seefracht.

Anforderungen an Ihre Sendung
- Luftfrachttaugliche Verpackung, weil die Ware am Drehkreuz umgeschlagen und auf Flugzeugpaletten gebaut wird.
- Maße und Gewichte müssen für den Luftfrachtabschnitt passen.
- Gefahrgut muss nach IMDG-Code und IATA DGR zugelassen sein.
Wann es sich lohnt
- Typisch für Sendungen aus Asien nach Europa oder Nordamerika über Drehkreuze am Golf.
- Wenn Luftfracht zu teuer und reine Seefracht zu langsam ist, etwa bei Saisonware oder Nachschub.
- Für die Seestrecke gilt ein Konnossement, für die Luftstrecke ein Luftfrachtbrief.
Was Logselect übernimmt
- Durchgehende Planung beider Teilstrecken
- Umschlag am Drehkreuz
- Ein Ansprechpartner und ein Tracking
- Vergleich mit reiner Luft- und Seefracht
Alle SEAselect Produkte im Vergleich
| Produkt | Equipment | Typische Güter | Wichtigste Dokumente | Regelwerk |
|---|---|---|---|---|
| FCLsea | 20′, 40′, 40′ HC | Industrie- und Handelsware in großen Mengen | Konnossement, Rechnung, Packliste, VGM | SOLAS (VGM), Zollrecht |
| LCLsea | Sammelcontainer | Paletten, Kartons, kleinere Mengen | Haus-Konnossement, Rechnung, Packliste | ISPM 15, Zollrecht |
| DANsea | Container mit Placards | Chemikalien, Farben, Batterien, Gase | Gefahrgutdeklaration, Packzertifikat | IMDG-Code 42-24 |
| TEMsea | Reefer 20′ / 40′ | Obst, Fleisch, Fisch, Pharma, Chemie | Temperaturvorgabe, Datenlogger-Auszug | Reederei-Bedingungen |
| OOGsea | Flat Rack, Open Top | Maschinen, Anlagen, Fahrzeugteile | Zeichnung, Laschplan, Konnossement | Reederei-Bedingungen, StVZO/StVO |
| PRJsea | Breakbulk, Schwergutschiff | Turbinen, Transformatoren, Anlagen | Zeichnungen, Packliste, Genehmigungen | § 70 StVZO, § 29 StVO |
| RORsea | RoRo-Deck, Rolltrailer | Pkw, Lkw, Busse, Baumaschinen | Fahrzeugpapiere, Gewichtsangabe, Konnossement | Reederei-Bedingungen, Biosicherheit |
| SEMsea | 40′ HC, Flat Rack | Fertigungsanlagen, Komponenten, Ersatzteile | Ausfuhrgenehmigung bei Bedarf, Monitoring-Daten | EU-Dual-Use-Verordnung |
| SAIsea | Container + Luftfrachtpalette | Saisonware, Nachschub, Elektronik | Konnossement, Luftfrachtbrief | IMDG-Code, IATA DGR |
Für alle Einfuhren in die EU gilt: Vor der Ankunft muss eine summarische Eingangsanmeldung (ENS) im Zollsystem ICS2 vorliegen.
Häufige Fragen zur Seefracht
FCL oder LCL: Was ist günstiger?
LCL wird nach Gewicht oder Volumen abgerechnet, mindestens 1 m³, und lohnt sich für kleinere Mengen. Bei FCL zahlen Sie den ganzen Container, haben ihn aber exklusiv, mit weniger Umschlag und kürzerer Laufzeit. LCL dauert meist 5 bis 10 Tage länger.
Was ist die VGM?
Die Verified Gross Mass ist das verifizierte Bruttogewicht eines gepackten Containers, also Ladung, Verpackung, Sicherungsmaterial und Leergewicht des Containers. Der Versender muss sie seit 2016 vor dem Ladeschluss melden, sonst wird der Container nicht verladen.
Was ist ICS2?
ICS2 ist das Sicherheits- und Zollsystem der EU für Einfuhren. Für Seefracht in die EU muss vor der Ankunft eine summarische Eingangsanmeldung (ENS) mit Angaben zu jeder Sendung vorliegen. Spediteure liefern dabei die Daten auf Ebene ihrer Haus-Konnossemente.
Welche Regeln gelten für Gefahrgut per Schiff?
Es gilt der IMDG-Code der IMO, seit dem 1. Januar 2026 verpflichtend in der Fassung Amendment 42-24. Nötig sind eine Gefahrgutdeklaration und ein Container-Packzertifikat, außerdem Großzettel außen am Container.
Wann lohnt sich Sea-Air?
Sea-Air lohnt sich, wenn Luftfracht zu teuer und reine Seefracht zu langsam ist. Anbieter nennen Einsparungen von bis zu 30 bis 40 % gegenüber Luftfracht und mehr als drei Wochen Zeitgewinn gegenüber reiner Seefracht.
Seefracht geplant?
Schicken Sie uns Warenart, Maße, Gewicht und Route. Wir prüfen die Anforderungen und schicken Ihnen ein Angebot.